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Wie mache ich meinen eigenen Stempel?

Hallihallo,

 

Stempel selber machen? Komm mit, ich zeige dir wie es geht. Ich habe so einige Stempel, die ich hauptsächlich zur Verzierung einsetze. Jeder Umschlag einer Bestellung wird mit einem schönen Stempelmotiv aufgehübscht, um meinen Kunden schon bei der Ankunft der Post ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Also möchte ich dich heute mitnehmen und dir zeigen wie das ganz einfach geht und auch super schnell zum Einsatz kommt.

Als erstes möchte dir kurz das Material und die Werkzeuge vorstellen, die du dazu benötigen wirst. Keine Sorge, du stürzt dich nicht in Unkosten und es wird dir sehr viel Spaß machen, vielleicht schlummern unerkannte Talente in dir.

 

Stempelgummi: Du wirst diesen Gummi überall im Netz und auch in vielen  Kreativ- und Bastelgeschäften finden. Es gibt sie in verschieden Stärken und Beschaffenheiten. Den blauen Stempelgummi benutze ich hauptsächlich, es gibt ihn in verschiedenen Größen und ist auch nicht so teuer. Ich habe mir damals ein Großes besorgt und davon habe ich heute noch was.

 

Linolschnittwerkzeug: Das hört sich jetzt komplizierter an als es ist, denn es ist ein einfaches Set, mit einem Griff und 5 verschiedenen Messern. Die Messer haben verschiedene Stärken, für die verschiedenen Feinheiten die ausgearbeitet werden müssen oder auch um größere Flächen zu entfernen. Ich bitte euch sehr vorsichtig und vom Körper weg zu arbeiten, denn die Klingen sind wirklich scharf und können ernsthafte Verletzungen verursachen.

 

Papier & Bleistift: Ich benutze ganz normales Druckpapier, um eine Skizze oder ein Bild zu entwerfen. Zum abpausen und übertragen auf den Gummi verwende ich ganz normales Butterbrotpapier, welches du in jedem Supermarkt bekommst und einen weichen Bleistift (alle B Sorten und unangespitzt). Wie das genau funktioniert erkläre ich weiter unten in der Anleitung.

 

Stempelkissen: Du kannst für kleine Stempel und für die Verwendung auf Papier ein einfaches Stempelkissen benutzen, das gibt es ja schon in so vielen verschiedenen Farben, dass du dich dabei kunterbunt austoben kannst.

 

Stempelholz: Ich bringe mein Gummi gern an solch einem Stempelholz an, denn es vereinfacht die Benutzung, das ist allerdings nicht immer notwendig, denn du kannst es auch einfach so benutzen. Wichtig ist nur, dass du beim Stempeln gleichmäßig Druck ausübst, sonst hast du Lücken in deinem Ergebnis.

 

Eventuell legst du dir noch ein Cutter-Messer parat und eine Schneideunterlage, wenn vorhanden.

Dann wollen wir mal beginnen!

Schritt 1 - Motiv übertragen

Du kannst dein Motiv ausdrucken oder selber zeichnen/schreiben. Um so detailreicher dein Bild ist, um so schwieriger wird das Schnitzen des Stempel. Pause dein Motiv mit dem Butterbrotpapier ab, drück nicht zu sehr mit dem Bleistift auf, denn das Papier ist der dünn. Gehe die Linien ruhig mehrfach nach. Um dir die Arbeit später zu erleichtern, kannst du alle Stellen die du abtragen möchtest schon dunkel schraffieren, das hilft dir die Übersicht zu behalten. Nun legst du das Butterbrotpapier mit dem Motiv auf den Gummi und streichst mit dem Finger die Linien nach, somit überträgst du das Bild auf den Stempelgummi. Du kannst Motive auch direkt auf den Gummi malen, aber wenn du stempelst wird es Spiegelverkehrt sein, dass solltest du bei Schrift und Buchstaben unbedingt beachten. Lass dir gesagt sein, mein erster Stempel war auch nicht perfekt.

Schritt 2 - Schnitzen

Wenn du einen großflächigen Stempelgummi hast, schneide zuerst dein Motiv mit einem Cutter-Messer zurecht. In dem kleinen Set vom Linolschnittwerkzeug sind 5 verschiedene Klingen enthalten, sie haben alle unterschiedliche Größen, je nach dem wie detailreich du Arbeiten musst. Schau sie dir einfach mal an, zusätzlich ist der Griff enthalten und ein kleines Rundholz. Das Rundholz ist für das lösen und befestigen der Klingen. Die Klingen sind sehr scharf, schiebe sie deshalb nicht mit dem Finger nach, du kannst dich dabei ernsthaft verletzen.

Beginne am besten mit der größten Klinge, um erstmal grob alles auszuschneiden, je mehr du ins Detail gehst, um so kleiner würde ich die Klinge wählen. Genauso gilt, je mehr du aufdrückst, desto tiefer und dicker werden deine Einkerbungen. Alles was du stehen lässt, nimmt nachher Stempelfarbe auf und wird auf Papier übertragen. Daher vorhin die Hilfe mit der Schraffierung. Beachte, was du einmal entfernst ist weg, arbeite langsam und bedacht, und schaue ruhig ein- oder zweimal mehr hin. Was am Rand später keine Stempelfläche ist, kannst du mit dem Cutter-Messer entfernen.

Schritt 3 - Stempeln

Auch wenn du denkst, du hast was vergessen oder du bist dir nicht sicher. Teste ruhig deinen Stempel, denn da siehst du ganz genau, wo etwas zu viel oder auch zu wenig sein wird. Du kannst für solch kleine Motive bedenkenlos ein Stempelkissen benutzen, mit der Farbe deiner Wahl. Du siehst dann nicht nur auf dem Papier, was noch weg muss, sondern auch auf dem Stempel, wo Farbe haftet. Es ist dir überlassen wie perfekt dein Stempel sein soll, ich persönlich finde es immer schön, wenn man hier und da noch ein paar Strichlein sieht.

Videoanleitung (Zusammenfassung)

folgt in Kürze

Nun schaue dir dein fertiges Werk an, sicher sieht es ganz toll aus. Mein erster Stempel steht gerahmt auf meiner Kommode, denn er war für mich nicht perfekt, ich habe etwas zu viel raus genommen und mir nicht richtig Gedanken gemacht, was weg muss und was bleiben kann. Trotzdem war ich mächtig stolz, denn dann hatte ich den Dreh raus. Man kann damit auch richtig Kunst machen, das nennt sich dann Blockdruck oder Linolschnitt.

Ein Stempel ist so vielseitig einsetzbar, ob du jetzt Briefumschläge damit verzierst oder ähnliches. Grußkarten lassen sich damit ebenfalls super gestalten oder auch als Cover deines Notizheft. Hier sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt. Schau dir mal die paar Motive an, die ich schon gemacht habe, vielleicht inspiriert dich das ja ebenfalls.

Ach bevor ich es vergesse, es gibt natürlich auch Stempelholz, wo du deinen Gummi drauf kleben kannst. Von klein bis groß, du wirst bestimmt fündig. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen. Wenn du unbedingt solch ein Holz benutzen möchtest, kennzeichne dir wie groß das Holz ist, dass dein Motiv nicht größer wird. Da es sie auch in Rund gibt, empfehle ich dir dabei auf jeden Fall vorher einen Abdruck der Größe zu machen.

Und nun wünsche ich dir ganz viel Spaß beim nachmachen, lass mich in den sozialen Medien gerne teilhaben, in dem du mich verlinkst und/oder den Hashtag #liliesdiy benutzt.

 

Bis zum nächsten Mal!

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